
Berühmte Frauen in Köln: 15 Frauen, die die Stadt geprägt haben
Berühmte Frauen in Köln haben die Stadt über Jahrhunderte geprägt – auch wenn es lange so erzählt wurde, als hätten Frauen dabei höchstens zugesehen. Dabei stimmt das nicht. Köln war zu allen Zeiten auch eine Stadt weiblicher Kraft: Frauen regierten, gründeten, prägten Kultur und Spiritualität, kämpften für Bildung, widersprachen – und hinterließen Spuren, die man bis heute entdecken kann.
Viele dieser Geschichten begegnen Ihnen übrigens nicht nur beim Lesen: Einige dieser Vorbilder tauchen auch in verschiedenen Stadtführungen wieder auf – mal in der Altstadt, mal am Rhein, mal auf Friedhöfen oder an Orten der Erinnerung. Denn Köln erzählt Frauengeschichte nicht an einer Stelle, sondern quer durch die Stadt.
In diesem Artikel lernen Sie 15 berühmte Frauen in Köln kennen – jeweils mit dem Grund, warum sie so besonders sind, und mit einem Ort, an dem man ihren Spuren in Köln noch begegnen kann.
Inhaltsverzeichnis
Agrippina – die Frau, die Köln zur Stadt machte
Wenn man nach berühmten Frauen in Köln fragt, führt kein Weg an Agrippina der Jüngeren vorbei. Sie wurde im römischen Ubierdorf geboren und sorgte im Jahr 50 n. Chr. dafür, dass Köln Stadtrechte erhielt: Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA). Damit stieg Köln zur wichtigsten Stadt nördlich der Alpen auf.
Agrippina tat etwas, das Frauen in der Geschichtsschreibung selten „zugestanden“ wird: Sie machte Politik nicht nur mit – sie gestaltete sie. Ihre Biografie ist ambivalent und dramatisch, doch gerade das macht sie zu einer der faszinierendsten Frauen der Antike.

Ort in Köln: Spuren des römischen Kölns in der Altstadt; Kölns Stadtname geht auf die CCAA-Gründung zurück.
Kaiserin Theophanu – Regentin im Zentrum der Macht
Die byzantinische Prinzessin Theophanu kam als sehr junge Frau nach Europa, heiratete Kaiser Otto II. – und wurde nach seinem Tod Regentin eines riesigen Reiches. Diplomatisch klug, politisch stark und hochgebildet, gehört sie zu den mächtigsten Frauen des Mittelalters.
Theophanu musste ihre Herrschaft nicht „verwalten“, sondern sie sichtbar ausübte – in einer Zeit, in der weibliche Macht ungewöhnlich war. Köln ist dabei ein echter Schlüsselort: Ihr Grab zeigt, wie eng die Stadt mit europäischer Geschichte verbunden ist.
Ort in Köln: St. Pantaleon – dort liegt Theophanu begraben.
Die heilige Ursula – Legende, Reliquien, Frauenbilder

Köln wäre ohne den Ursula-Mythos kaum Köln. Die Legende prägte Reliquienkultur, Wallfahrten und das Bild weiblicher Heiligkeit über Jahrhunderte. Ursula steht für Schutz, Opfer, Verehrung – und auch für die Frage, wie Frauenbilder historisch geformt wurden.
Sie ist die einzige Stadtpatronin der Stadt. Ihr Märtyrertod rette die Stadt. Sie nicht nur eine Heilige „im Kalender“, sondern tief im Stadtgedächtnis verankert bleibt:
Ursula ist ein Symbol, das Köln geprägt hat – unabhängig davon, wie historisch belegbar jedes Detail der Legende ist.
Ort in Köln: Basilika St. Ursula – zentraler Erinnerungsort.
Katharina Henot – Wirtschaft, Intrige, Justizopfer
Katharina Henot war eine wirtschaftlich erfolgreiche Frau und Patrizier-Tochter des Postmeisters (hoher Titel). Im Klima der Hexenverfolgung des 17. Jahrhundert wurde sie zur Zielscheibe. Ihr Prozess gilt als juristisch höchst fragwürdig und bis heute nicht geklärt. Sie gilt als tragisches Beispiel dafür, wie Machtkämpfe, Konkurrenz und Misogynie zusammenwirken konnten.
Ihr Fall zeigt, wie gefährlich es sein konnte, als Frau sichtbar zu werden – besonders dann, wenn wirtschaftlicher Einfluss und Rivalitäten im Spiel waren.
Ort in Köln: Historisches Rathaus: Alter Markt (historischer Schauplatz) – der politische Brennpunkt des damaligen Köln.
Foto:
© Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Rathausturm Köln – Friedrich Spee von Langenfeld, Katharina Henot (0840-42), CC BY-SA 4.0

Maria Clementine Martin – Klosterfrau & Unternehmerin

Viele kennen das Produkt – kaum jemand die Frau: Maria Clementine Martin war Nonne, Krankenpflegerin, Kräuterexpertin und Gründerin. Sie baute unterhalb des Doms eine Herstellung auf und schuf ein Produkt, das bis heute bekannt ist: den Klosterfrau Melissengeist.
Sie hat Wissen, Heilkunst und Unternehmergeist verbunden – als Frau im 19. Jahrhundert. Statt sich mit einer Nebenrolle abzufinden, machte sie ihre Kompetenz zur Grundlage wirtschaftlicher Selbstständigkeit.
Ort in Köln: Grab Melaten-Friedhof
Trude Herr – kölsches Urgestein
Bei Trude Herr lohnt es sich, hinter die laute Fassade zu schauen. Nach außen war sie die Königin der kölschen Bühne: frech, herzlich, direkt – und mit Hits wie „Ich will keine Schokolade“ bis heute unvergessen.
Trude Herr brachte Humor und Tiefe zusammen. Hinter der Entertainerin stand eine Frau mit Schmerz und inneren Spannungen. Und gerade diese Mischung aus Direktheit, Menschlichkeit und Verwundbarkeit machte sie zur Ikone.
Ort in Köln: Innenstadt / Theaterumfeld (Millowitsch-Umfeld) – kölsche Bühnenkultur.
Cilly Aussem – Weltstar aus Köln
Cilly Aussem schrieb Sportgeschichte: Sie war die erste Deutsche (Mann oder Frau), die Wimbledon im Einzel gewann (1931). Sie steht für Frauen, die sich international behaupteten, als Spitzensport für Frauen noch keineswegs selbstverständlich war.
Cilly zeigte ein frühes Beispiel weiblicher Weltklasse – statt sich erwartungsgemäß zu verheiraten. Köln hat Frauen hervorgebracht, die international Maßstäbe setzten.
Ort in Köln: Deutsche Sport & Olympia Museum im Rheinauhafen
Elisabeth Treskow – Gestalterin der DFB-Meisterschale
Die Kunsthandwerkerin und Dozentin Elisabeth Treskow entwarf die Meisterschale des DFB – eines der bekanntesten Symbole des deutschen Sports. Viele jubeln jedes Jahr über dieses Objekt, ohne die Frau dahinter zu kennen.
Berühmte Frauen können im Hintergrund Kultur und nationale Symbole prägen: nicht als „Star“, sondern als Gestalterin. Sie gestaltete unter anderem auch die Amtsketten der Oberbürgermeister von Köln und Essen.

Ort in Köln: Kunst- und Hochschulkontext Köln (Kunsthandwerk/Lehre).
Emilie Düntzer – Sportärztin und Pionierin für Frauen im Sport
Die Ärztin Emilie Düntzer wurde bekannt, weil sie an einem entscheidenden Punkt ansetzte: In den 1920er-Jahren half sie dabei, medizinische Vorurteile gegen Frauen im Sport abzubauen. Sie steht damit nicht für Pokale, sondern für strukturelle Veränderung – damit Frauen überhaupt als sportfähig gelten durften.
Dank ihrer „unsichtbaren“ Arbeit – Forschung, Aufklärung, medizinische Argumentation – konnte sich Geschichte nachhaltig verändern.
Ort in Köln: medizinisch-sportlicher Kontext Kölns.
Laura von Oelbermann – Mäzenin und Stifterin

Laura von Oelbermann war eine wohlhabende Kölnerin, die ihre Möglichkeiten nicht nur für sich nutzte, sondern für andere: Stiftungen, soziale Hilfe und Unterstützung für Bedürftige. Sie steht für eine weibliche Form von Macht, die nicht laut auftreten muss, um langfristig wirksam zu sein.
Sie zeigt, wie sehr Köln auch von Frauen geprägt wurde, die in sozialen Netzwerken, Stiftungen und Fürsorge Strukturen geschaffen haben. Auf Laura von Oelbermann geht das Evangelische Krankenhaus Weyertal zurück.
Ort in Köln: Melaten-Friedhof (Grab/Erinnerungsort).
Laura von Oelbermann kommt auch in meiner Melaten-Führung vor.
Mathilde von Mevissen – Pionierin der Mädchenbildung
Mathilde von Mevissen war eine der zentralen Frauenrechtlerinnen Kölns des 19./20. Jahrhunderts. Sie setzte sich mit Nachdruck dafür ein, dass Mädchen Zugang zu vollwertiger gymnasialer Bildung erhielten – als Voraussetzung für Freiheit, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe.
Obwohl sie der väterlichen Gewalt unterstellt war, „sprach sie nicht nur für Frauen“, sondern half Strukturen zu verändern. Bildung war für sie kein Luxus, sondern der Schlüssel zur Zukunft.
Ort in Köln: Rathaus / Rathausturm (Ehrung bedeutender Kölner Persönlichkeiten).
Anna Maria van Schürmann – Universalgelehrte, in Köln geboren
Anna Maria van Schürmann wurde in Köln geboren und war ein europäisches Ausnahmetalent: Gelehrte, Künstlerin, Sprachwunder, frühe Verfechterin weiblicher Bildung. Schon im 17. Jahrhundert argumentierte sie dafür, dass Frauen lernen und forschen dürfen.
Sie ist so besonders, weil sie beweist, wie alt die Sehnsucht nach weiblicher Bildung wirklich ist – und weil sie zu den hellsten Köpfen ihrer Zeit zählte.
Ort in Köln: Köln als Geburtsort; Straßenname im Rheinauhafen.
Alice Schwarzer – Feminismus und EMMA im Bayenturm
Kaum eine Frau hat feministische Debatten in Deutschland so geprägt wie Alice Schwarzer. Sie polarisiert bis heute – gerade dadurch blieb sie wirksam. Unabhängig von persönlicher Zustimmung lässt sich sagen: Sie hat Themen in die Öffentlichkeit getragen, die sonst verdrängt worden wären.
Ihre Stimme war (und ist), die nicht um Erlaubnis bittet. Köln ist dabei nicht nur Kulisse, sondern Zentrum: Die Zeitschrift EMMA ist im Bayenturm beheimatet.
Ort in Köln: Bayenturm.
Anna Maria Schneider – Sozialistin, Frauenbildung, Rheinauhafen

Anna Maria Schneider war Frauenrechtlerin und Sozialistin. Sie initiierte 1892 den Frauen- und Mädchenbildungsverein zu Köln, eine frühe Organisation der Arbeiterinnenbewegung. Natürlich bekam sie den Druck des Staates direkt zu spüren: politische Arbeit von Frauen war verboten, der Verein wurde geschlossen und schließlich verboten.
Sie ist nennenswert, weil sie zeigt, wie viel Mut politische Bildung brauchte. Besonders, wenn sie von Frauen kam. Dass Köln sie heute im Stadtraum ehrt, ist ein starkes Zeichen.
Ort in Köln: Anna-Schneider-Steig, Rheinauhafen.
Katharina Schauberg – Verlegerin und Mediengeschichte Kölns
Katharina Schauberg steht für die Kölner Presselandschaft und für weibliche Wirkung in wirtschaftlichen Strukturen. In der DuMont- und Verlagsgeschichte spielt sie eine Rolle, die zeigt: Auch Frauen waren Akteurinnen im Hintergrund von Häusern, die Köln kulturell geprägt haben.
Die Verlagsfrau steht sinnbildlich für viele Frauen, die an entscheidenden Stellen wirkten – aber selten den „großen“ Platz in der offiziellen Erzählung bekommen haben.
Ort in Köln: Medien- und Stadtgeschichte wie der „Kölner Stadtanzeiger“; thematisch sehr gut verknüpfbar mit Rhein/Rheinauhafen.
Passend dazu: Rheinauhafen-Führung
Diese Liste berühmter Frauen in Köln darf noch länger werden
Schon diese 15 Namen zeigen: Berühmte Frauen in Köln sind kein Randthema – sie sind ein Schlüssel zur Stadtgeschichte. Und ja: Diese Liste dürfte noch deutlich länger sein. Denn Köln hat weit mehr weibliche Vorbilder hervorgebracht, als man auf den ersten Blick vermutet.
Edith Stein zum Beispiel ist eine so große Persönlichkeit, dass sie hier nur erwähnt werden kann: Zu ihr gibt es bereits einen eigenen Artikel auf meiner Website: Edith-Stein-Artikel.
Wenn Sie Lust bekommen haben, Köln einmal bewusst aus weiblicher Perspektive zu entdecken – viele dieser Geschichten lassen sich nicht nur lesen, sondern vor Ort erleben.
Hier geht es zu meiner Stadtführung: „Kölner Frauen und ihre Spuren“.
FAQ: Berühmte Frauen in Köln
Welche berühmten Frauen gab es in Köln?
Zu den berühmten Frauen in Köln gehören unter anderem Agrippina (die Köln zur römischen Stadt machte), Kaiserin Theophanu (Regentin des Reiches), die heilige Ursula (Kölner Schutzpatronin), Katharina Henot (Opfer eines Hexenprozesses), Maria Clementine Martin (Klosterfrau-Unternehmerin) und Trude Herr (kulturelle Ikone Kölns).
Welche Orte in Köln erinnern an berühmte Frauen?
Erinnerungsorte sind zum Beispiel St. Pantaleon (Theophanu), Kirche St. Ursula (Ursula), der Bayenturm (EMMA/Alice Schwarzer), der Melaten-Friedhof (Laura von Oelbermann) sowie der Anna-Schneider-Steig im Rheinauhafen.
Warum sind viele Frauen in Köln historisch so wenig sichtbar?
Weil Stadtgeschichte lange männlich erzählt wurde: Frauen wirkten oft im Hintergrund, in Heilkunst, Handwerk, Bildung oder sozialen Netzwerken – und wurden seltener dokumentiert oder als „nicht bedeutend“ abgewertet.
Gibt es eine Stadtführung zu Frauengeschichte in Köln?
Ja. Viele dieser Geschichten lassen sich besonders eindrucksvoll vor Ort erleben – bei meiner Frauenführung.
Welche berühmte Frau gilt als „Gründerin“ von Köln?
Agrippina die Jüngere: Sie sorgte dafür, dass Köln im Jahr 50 n. Chr. Stadtrechte erhielt und zur römischen Colonia wurde.
Kann ich diese Orte auch ohne Führung besuchen?
Ja – viele Orte sind öffentlich zugänglich. Eine Führung hilft jedoch dabei, Zusammenhänge zu verstehen, Hintergründe einzuordnen und Köln aus einer neuen Perspektive zu sehen.