
Römer in Köln – Wer gründete Köln und was bedeutet CCAA?
Kaum zu glauben: Wo heute das bunte Leben durch die Kölner Altstadt zieht, entstand vor fast 2.000 Jahren eine der bedeutendsten Städte des Römischen Reiches. Die Römer in Köln machten aus einer kleinen Siedlung die Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA) – die spätere Hauptstadt der Provinz Germania inferior (Niedergermanien).
Noch heute lassen sich viele Spuren dieser Zeit entdecken: mächtige Stadtmauern, römische Straßen, Tempel, Thermen, Wasserleitungen und Abwasserkanäle erzählen die Geschichte der antiken Stadt.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Köln gegründet wurde, welche Rolle Agrippa und Agrippina dabei spielten und warum die Römer die Stadt zu einem politischen und wirtschaftlichen Zentrum am Rhein machten.
Wenn Sie die Geschichte nicht nur lesen, sondern selbst erleben möchten, begleite ich Sie auf meiner Römerführung durch das römische Köln zu den Orten, an denen die Geschichte bis heute sichtbar ist.
Was bedeutet CCAA?
CCAA steht für Colonia Claudia Ara Agrippinensium – den römischen Namen Kölns. Übersetzt bedeutet er „Kolonie des Claudius am Altar der Agrippinenser“. Vereinfacht lässt sich der Name als „Kolonie zu Ehren des Kaisers Claudius in Gedenken an Agrippina“ verstehen. Seit dem Jahr 50 n. Chr. trug Köln diesen Namen.
Vom Ubierdorf zur Colonia

Die Römer waren Meister der Stadtplanung. Als Köln im Jahr 50 n. Chr. zur Colonia erhoben wurde, erhielt die Stadt das römische Stadtrecht und entwickelte sich zu einem bedeutenden Verwaltungs- und Handelszentrum. Es entstanden ein Forum, Tempel, Thermen, eine Bibliothek und eine beeindruckende Infrastruktur.
Die Bewohner nannten sich Agrippinenser aus der Colonia. Doch bis aus dem Ubierdorf eine der bedeutendsten Städte des Römischen Reiches wurde, war es ein weiter Weg.
Dafür müssen wir noch etwas weiter in der Geschichte zurückgehen. Denn am Anfang gab es hier noch keine Stadt – nur das Siedlungsgebiet der Ubier am Rhein.
Die Karte zeigt das spätere römische Köln, das sich aus den frühen Anfängen des Oppidum Ubiorum entwickelte.
Wie alles begann: Agrippa und das Ubierdorf am Rhein
Die Geschichte der Römer in Köln beginnt nicht erst mit der Gründung der Colonia im Jahr 50 n. Chr., sondern bereits einige Jahrzehnte früher – mit Marcus Vipsanius Agrippa.
Das Oppidum Ubiorum war keine reine Militäranlage, sondern eine zivile Siedlung der umgesiedelten Ubier unter römischem Schutz. Zwar waren auch römische Soldaten in der Region stationiert, doch das Ubierdorf entwickelte sich zum Ausgangspunkt des späteren Kölns.
Die Ubier lebten zuvor rechts des Rheins. Unter römischem Schutz fanden sie westlich des Flusses eine neue Heimat – und legten damit den Grundstein für die spätere Colonia Claudia Ara Agrippinensium.
Auf der Karte ist das Gebiet zu erkennen, aus dem sich später die römische Stadt entwickelte.
Warum das Ubierdorf so bedeutend war
Das Oppidum Ubiorum war keine reine Militäranlage, sondern eine zivile Siedlung der umgesiedelten Ubier unter römischem Schutz. Zwar waren auch römische Soldaten in der Region stationiert, doch das Ubierdorf entwickelte sich zum Ausgangspunkt des späteren Kölns.
Von hier aus entstanden Handel, Verwaltung und Infrastruktur – ganz im römischen Stil. Die Ubier wurden nach und nach romanisiert, erhielten teilweise das römische Bürgerrecht und übernahmen viele Elemente der römischen Lebensweise.
Besonders spannend: Die Römer setzten nicht nur auf militärische Stärke, sondern auch auf Integration. Die Ubier behielten viele ihrer eigenen Traditionen und verbanden sie mit der römischen Kultur. So entstand schon früh ein lebendiges Miteinander verschiedener Lebensweisen.
Agrippina – Kölns Stadtgründerin?
Ein ganz besonderes Kapitel der Kölner Geschichte ist mit Agrippina der Jüngeren verbunden. Sie wurde im Oppidum Ubiorum geboren und war die Tochter des berühmten Feldherrn Germanicus. Später wurde sie die Frau von Kaiser Claudius und die Mutter des späteren Kaisers Nero.
Agrippina nutzte ihren politischen Einfluss am Kaiserhof, um ihre Heimatstadt zu fördern. Auf ihre Initiative hin erhob Kaiser Claudius das Oppidum Ubiorum im Jahr 50 n. Chr. zur Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA). Damit erhielt Köln das römische Stadtrecht und entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Städte nördlich der Alpen.
Der Name der neuen Colonia erinnerte zugleich dauerhaft an ihre berühmteste Tochter – ein Zeichen für Agrippinas Ehrgeiz, ihren politischen Einfluss und ihren Wunsch, ihren Geburtsort im Römischen Reich sichtbar zu machen.
Obwohl Agrippina die Stadt nicht gegründet hat, gilt sie bis heute als die Frau, die Köln den entscheidenden Schritt zur römischen Großstadt ermöglichte.

Köln wächst zu einer Metropole des Römischen Reiches
Mit der Verleihung des Stadtrechts begann für Köln eine außergewöhnliche Entwicklung. Aus der Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA) wurde innerhalb weniger Jahrzehnte eine der bedeutendsten Städte nördlich der Alpen.
Köln – Hauptstadt der römischen Provinz Germania inferior
Wenige Jahrzehnte nach der Erhebung zur Colonia wurde Köln Hauptstadt der römischen Provinz Germania inferior (Niedergermanien). Von hier aus verwalteten römische Statthalter das linksrheinische Gebiet. Die Stadt entwickelte sich zu einem bedeutenden politischen, wirtschaftlichen und militärischen Zentrum des Römischen Reiches.
Köln war zugleich ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen. Römer, Ubier, Juden und Menschen aus vielen Teilen des Reiches lebten hier zusammen. Handel, Handwerk und Verwaltung sorgten für Wohlstand und machten die Stadt zu einem wichtigen Knotenpunkt am Rhein.
Das öffentliche Leben war nach römischem Vorbild organisiert. Ein rechtwinkliges Straßennetz, das Forum als Mittelpunkt des städtischen Lebens, Tempel, Thermen, Märkte sowie eine moderne Wasserver- und Abwasserentsorgung zeugen bis heute von der hohen Lebensqualität in der Colonia.
Einige dieser Orte entdecken wir auch auf meinen Stadtführungen durch das römische Köln.
Viele Spuren der Römer sind bis heute in Köln erhalten geblieben. Dazu gehören der römische Abwasserkanal, das Dionysos-Mosaik, Teile der Stadtmauer und zahlreiche archäologische Funde. Das Praetorium, der ehemalige Statthalterpalast, ist derzeit wegen des Baus des MiQua – LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln nicht zugänglich. Nach der derzeit für 2029 geplanten Eröffnung des Museums soll das Praetorium wieder besichtigt werden können.
Eine Stadt mit militärischem Rückgrat
Auch wenn Köln keine reine Militärstadt war, spielte das Militär eine wichtige Rolle. Im Umland befanden sich bedeutende Legionslager, unter anderem in Bonn und Xanten.
Viele Veteranen ließen sich nach ihrer Dienstzeit in Köln nieder und trugen zum Wachstum der Stadt bei.

Die ehemaligen Soldaten brachten nicht nur Geld und handwerkliches Können mit, sondern auch ihre Erfahrungen aus dem gesamten Römischen Reich. Gemeinsam mit Händlern, Handwerkern und Verwaltungsbeamten prägten sie das Leben in der Colonia und machten Köln zu einem wichtigen Zentrum am Rhein.
Bis heute erinnern archäologische Funde an diese Zeit. Unter der Kirche Groß St. Martin befinden sich die Überreste römischer Speicher- und Sportanlagen. Sie erinnern daran, dass sich hier schon vor fast 2.000 Jahren ein lebendiges Viertel der Colonia befand.
Die Krypta von Groß St. Martin und die römischen Ruinen können besichtigt werden.
Städtebau bei den Römern in Köln – Technik, die begeistert
Die Römer in Köln waren nicht nur geschickte Eroberer, sondern vor allem geniale Planer und Baumeister. Sie legten ihre Städte nicht zufällig an, sondern folgten einem klaren System – durchdacht, funktional und ihrer Zeit weit voraus.
Wer heute durch die Kölner Altstadt geht, ahnt oft nicht, dass sich unter dem Pflaster ein Meisterwerk der Antike verbirgt: eine ausgeklügelte Frischwasserversorgung, eine funktionierende Kanalisation und ein exakt geplantes Straßennetz.
Was heute als Ruine erscheint, war damals eine lebendige Großstadt, die sich ständig weiterentwickelte. Die Römer bauten schnell, aber auch nachhaltig. Viele Fundamente, Mauern und Kanäle überdauerten fast zwei Jahrtausende, weil sie sorgfältig geplant, tief gegründet und präzise ausgeführt wurden.
Römische Stadtmauer – Schutz der Römer in Köln
Ein Blick auf den heutigen Stadtplan verrät es kaum – doch das römische Köln war vollständig von einer mächtigen Stadtmauer umgeben. Sie schützte die Colonia über Jahrhunderte und gehörte zu den beeindruckendsten Verteidigungsanlagen ihrer Zeit.
Wer heute durch die Zeughausstraße oder entlang der Ursulinenstraße spaziert, kann noch Reste dieser fast 2.000 Jahre alten Befestigungsanlage entdecken. Sie erinnern daran, dass Köln nicht nur ein bedeutendes Verwaltungszentrum, sondern auch ein strategisch wichtiger Ort des Römischen Reiches war.
Bei meinen Römerführungen staunen Kinder und Erwachsene immer wieder darüber, dass der römische Stadtgrundriss bis heute an vielen Stellen erkennbar ist. Besonders an der erhaltenen Stadtmauer wird Geschichte plötzlich greifbar.

Warum brauchte Köln eine Stadtmauer?
Die Römer bauten nicht jede Stadt mit einer Befestigung. Dort, wo sie sich sicher fühlten, verzichteten sie häufig auf Stadtmauern. Dass Köln bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. vollständig ummauert wurde, zeigt, welche Bedeutung die Colonia für das Römische Reich hatte.
Dafür gab es mehrere Gründe:
- ihre strategisch wichtige Lage am Rhein,
- die Nähe zu den germanischen Stämmen östlich des Flusses,
- ihre Funktion als Verwaltungs- und Handelszentrum,
- und nicht zuletzt der Wunsch, den Rang und das Selbstbewusstsein der Colonia sichtbar zu machen.
Daten und Fakten zur römischen Stadtmauer
- Bauzeit: ca. Ende 1. bis Anfang 2. Jahrhundert n. Chr., ca. 10-15 Jahre
- Länge: ca. 4 Kilometer – umschloss die gesamte Colonia
- Höhe: ursprünglich rund 8 Meter
- Breite: bis zu 2,5 Meter, mit innenliegendem Wehrgang
- Materialien: Basalt, Kalkstein, Ziegelmauerwerk
- Türme: ca. 19 Wehrtürme, in regelmäßigen Abständen
- Tore: mindestens 9 Stadttore, darunter das Nordtor, das noch heute zu sehen ist
Die Stadtmauer diente also nicht nur dem Schutz. Sie war zugleich ein sichtbares Zeichen für Macht, Wohlstand und den hohen Status Kölns innerhalb des Römischen Reiches.
Besonders am erhaltenen Nordtor wird deutlich, wie beeindruckend die Stadtmauer einst gewesen sein muss.
Wie die Mauer das Stadtbild prägte
Innerhalb der Stadtmauer lagen die öffentlichen Gebäude, Wohnhäuser, Tempel und das Forum. Hier spielte sich das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Colonia ab.
Außerhalb der Mauern befanden sich Felder, Gutshöfe, Gräber und Straßen. Aus römischer Sicht markierte die Stadtmauer deshalb nicht nur eine Grenze zum Umland, sondern auch den Übergang zwischen städtischem und ländlichem Leben.
Für die Römer war die Stadtmauer weit mehr als eine Verteidigungsanlage. Sie markierte die Grenze zwischen der römischen Zivilisation und der Welt der „Barbaren“ – so nannten sie die Völker außerhalb ihres Reiches.

Besonders am erhaltenen Lysolphturm, einem ehemaligen römischen Wachturm der Stadtmauer, wird deutlich, wie beeindruckend die Befestigungsanlage einst gewesen sein muss.
Neugierig geworden auf die Römer in Köln?

Wie lebten die Römer im Alltag? Was aßen sie? Wie sah das Familienleben aus? Und welche technischen Meisterleistungen machten die Colonia zu einer der modernsten Städte ihrer Zeit?
Die Geschichte der Colonia hat noch viel mehr zu bieten. In diesen Artikeln erfahren Sie mehr über das Leben, die Technik und die Hinterlassenschaften der Römer:
- Alltag der Römer in Köln – Essen, Wohnen, Hygiene und Freizeit
- Familienleben im römischen Köln – Ehe, Kinder und das Leben in der Colonia
- Römisches Köln – Auf den Spuren der Römer – Wasserleitungen, Abwasserkanäle und weitere technische Meisterleistungen
Oder erleben Sie die Geschichte direkt vor Ort:
- Römerführung durch Köln – für Familien, Schulklassen und private Gruppen
- Römer-Kindergeburtstag – Geschichte spielerisch erleben
Ausflugsziel
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Römerthermen in Zülpich – So entspannten die Römer vor fast 2.000 Jahren
Ob beim Lesen oder bei einer Führung – die Spuren der Römer sind in Köln bis heute lebendig. Ich freue mich darauf, sie Ihnen bei einer gemeinsamen Zeitreise durch die Colonia zu zeigen.
Häufige Fragen zu den Römern in Köln in Kürze
Wann wurde Köln von den Römern gegründet?
Die Geschichte Kölns als römische Stadt begann im Jahr 50 n. Chr., als Kaiser Claudius dem Ort auf Initiative seiner Frau Agrippina die Stadtrechte verlieh. Seitdem trug Köln den Namen Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA).
Wer hat Köln gegründet?
Die Anfänge gehen auf Marcus Vipsanius Agrippa zurück, der die Ubier auf die linke Rheinseite umsiedeln ließ. Zur römischen Colonia wurde Köln jedoch erst durch Agrippina und Kaiser Claudius.
Warum war Köln für die Römer so wichtig?
Köln lag direkt am Rhein und entwickelte sich zu einem bedeutenden Verwaltungs-, Handels- und Militärzentrum. Als Hauptstadt der Provinz Germania inferior war die Stadt einer der wichtigsten Orte nördlich der Alpen.
Was bedeutet CCAA?
CCAA steht für Colonia Claudia Ara Agrippinensium. Der Name bezeichnet die römische Kolonie, die Kaiser Claudius im Jahr 50 n. Chr. gründete und die nach Agrippina, seiner Frau und gebürtigen Kölnerin, benannt wurde.
Kann man heute noch römische Spuren in Köln sehen?
Ja. Bis heute sind zahlreiche Zeugnisse der Römer erhalten, darunter Teile der römischen Stadtmauer, das Nordtor, der römische Abwasserkanal, das Dionysos-Mosaik und archäologische Funde im Stadtgebiet.
Lohnt sich eine Römerführung durch Köln?
Ja. Viele römische Bauwerke und Überreste wirken auf den ersten Blick unscheinbar. Doch ihre Bedeutung erschließt sich oft erst auf den zweiten Blick. Bei einer Römerführung erfahren Sie, welche Geschichte hinter Stadtmauer, Abwasserkanal, Dionysos-Mosaik oder dem Römertor steckt. Erst mit diesem Wissen werden aus alten Steinen spannende Zeugnisse einer fast 2.000 Jahre alten Vergangenheit.
2 Antworten auf „Die Römer in Köln – Von der Gründung der Stadt CCAA“
Das ist ein sehr umfangreicher und interessanter Artikel. Den werde ich gerne für meinen Unterricht nutzen, wenn ich darf?
Das freut mich zu lesen. Gerne können Sie den Artikel nutzen und auch gerne meinen Namen nennen.