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Stadtführungen in Köln für neugiere Kinder und Erwachsene

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Kölner Dombauhütte – Geschichte und Bedeutung

Blick von oben auf den Hof der Kölner Dombauhütte: beschädigte Architekturteile, eine historische Figur und neues Steinmaterial für die Restaurierung des Maßwerks

Kölner Dombauhütte

Ein Blick hinter die Kulissen – wo der Dom lebendig bleibt.

Plakat am Eingang der Kölner Dombauhütte zum Tag des offenen Denkmals mit Informationen für Besucher

Am „Tag des offenen Denkmals“ öffnet die Kölner Dombauhütte regelmäßig ihre Türen – und wer einmal dort war, vergisst diesen Eindruck so schnell nicht.

 

Normalerweise bleibt die Arbeit im Verborgenen: hoch oben an den Türmen, in Werkstätten oder auf Gerüsten, die sich um die Kathedrale legen. Doch hinter diesen Mauern schlägt das Herz des Kölner Doms.

 

Hier arbeiten Steinmetze, Restauratoren, Glasmaler und viele andere Handwerker daran, das Bauwerk nicht nur zu erhalten, sondern lebendig zu halten. Ihr Blick ist stets auf den Erhalt und die Bewahrung dieses einzigartigen Bauwerks gerichtet.

 

Ich hatte das Glück, beim „Tag des offenen Denkmals“ selbst in die Bauhütte einzutauchen. Besonders beeindruckt hat mich, wie lebendig dieser Ort ist – nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern ein Stück kölsche Seele.

 

Ich hatte das Gefühl, ein fein abgestimmtes Uhrwerk zu beobachten. Die Menschen lieben ihre Arbeit und ihre Wirkstätte. Sie geben ihr erstaunliches Wissen weiter und tun alles, dass das kulturelle Erbe der Stadt erhalten bleibt.

Was ist die Dombauhütte Köln?

Die Kölner Dombauhütte ist eine der ältesten und bedeutendsten Europas. Rund 85 festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unterschiedlichsten Gewerken arbeiten hier, dazu kommen externe Fachkräfte. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass das Bauwerk allen Herausforderungen standhält.

 

Seit 2020 gehört die Bauhütte zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe – eine Auszeichnung, die die handwerkliche Tradition und das über Jahrhunderte weitergegebene Wissen ehrt.

Neuer Sandsteinquader für ein Maßwerk vor einem maroden, ausgebauten Maßwerkstück in der Kölner Dombauhütte, mit Leiter und Gerüststangen im Hintergrund

Die Geschichte der Kölner Dombauhütte

Ansicht der Westfassade des Kölner Doms, verbunden mit dem ersten Dombaumeister Meister Gerhard

Mit dem Spatenstich im Jahr 1248 beginnt auch die Geschichte der Kölner Dombauhütte.

 

Erster Dombaumeister war Meister Gerhard, dessen Name untrennbar mit dem Beginn des Dombaus verbunden ist.

 

Um seine Person ranken sich zahlreiche Geschichten. Die bekannteste Legende erzählt von einem Pakt mit dem Teufel. Gerhard soll dem Bösen seine Seele versprochen haben, wenn er den Dom nicht vollenden könne. Als er von einem Gerüst stürzte und in den Rhein stürzte, sagte man, der Teufel habe seine Hand im Spiel gehabt.

 

Ob Legende oder Wahrheit – sie zeigt, wie sehr der Dom schon im Mittelalter die Fantasie der Menschen beflügelte. Für mich als Stadtführerin ist das einer der schönsten Momente bei meinen Touren: wenn Geschichte lebendig wird und Besucher merken, dass der Kölner Dom nicht nur aus Stein, sondern auch aus Geschichten gebaut ist.

 

Die Kölner Dombauhütte ruhte nach dem Baustopp um 1520 lange Zeit. Erst im 19. Jahrhundert, unter preußischer Regie, nahm die Bauhütte ihre Arbeit wieder auf.

In nur 38 Jahren, bis 1880, vollendeten rund 500 Arbeiter das monumentale Bauwerk – ein Triumph der Hochgotik. Seitdem ist sie Hüterin eines fast 800-jährigen Erbes.

 

In meinen Stadtführungen erzähle ich oft, dass der Dom trotz seiner Vollendung 1880 nie wirklich ‚fertig‘ ist – und das macht ihn für mich so spannend.

Warum der Dom nie fertig ist

„Wenn der Dom fertig ist, geht die Welt unter“ – dieses kölsche Sprichwort sagt schon alles. Der Dom ist ein ewiges Bauprojekt. Schon wenige Jahre nach 1880 mussten erste Restaurierungen beginnen. Witterung, Umweltbelastungen und Materialwahl sorgen bis heute für Schäden. Die Steine verwittern, Glasfenster verschmutzen, Figuren müssen ersetzt werden.

 

Die Steine verwittern, filigrane Figuren müssen ersetzt, Glasfenster restauriert werden. Ohne die Arbeit der Dombauhütte wäre der Kölner Dom längst in Gefahr.

 

Im Laufe der Jahrhunderte wurden Steinmaterialien aus verschiedenen Regionen verbaut, die teilweise nur eine Lebensdauer von 80 bis 100 Jahren haben, so ein Steinmetz.

 

Da die Preußen den Hauptbahnhof direkt neben den Dom setzten, legte sich der Ruß der Lokomotiven wie ein schwarzer Mantel auf die Fassade. Später waren es die Umweltverschmutzung und der saure Regen, die den Stein schneller verwittern ließen.

 

Die Schäden sind gravierend – auch wenn sie dem bloßen Auge oft verborgen bleiben. Der Stein löst sich förmlich auf und muss erneuert werden.

 

Doch nicht nur das Mauerwerk leidet. Auch die berühmten Glasfenster sind betroffen: Sie verschmutzen von außen durch Witterung und von innen durch die jährlichen zwei Millionen Opferkerzen. Ihr feiner Ruß legt sich wie ein Schleier über die bunten Scheiben und lässt sie langsam erblinden.

Infotafel ‚Der Dom und seine Steine‘ mit verschiedenen Steinmaterialien, die beim Bau und bei der Restaurierung des Kölner Doms verwendet werden.

Ein Blick auf die verschiedenen Gesteinsarten macht deutlich, warum der Kölner Dom immer wieder instandgesetzt werden muss. Jedes Material hat seine eigene Haltbarkeit – und so liegt es an der Kölner Dombauhütte, rechtzeitig für Ersatz zu sorgen.

Logo des Zentral-Dombau-Vereins Köln mit stilisiertem Domumriss und Gerüst, dazu der Schriftzug ‚… damit der Dom uns bleibt.

Restaurierung und Finanzierung durch den ZDV

Hinter der täglichen Arbeit der Kölner Dombauhütte steht nicht nur handwerkliche Leidenschaft, sondern auch eine starke Gemeinschaft: Der Zentral-Dombau-Verein trägt seit fast 200 Jahren dafür Sorge, dass ‚der Dom uns bleibt‘ – so sein Motto.

 

Die Restaurierung des Kölner Doms könnte nicht ohne die Unterstützung des Dombauvereins ZDV stattfinden. Er wurde 1842 ins Leben gerufen, um die Vollendung des Kölner Doms zu finanzieren.

 

Und noch heute zahlt er rund 60 bis 65 Prozent des Jahresbudgets von sieben bis acht Millionen des Doms. So sichert er den Erhalt eines der größten Wahrzeichen von Deutschland.

 

Frau Professor Dr. Barbara Schock-Werner, ehemalige Dombaumeisterin zu Köln von 1999 bis 2012, ist seit 2024 Präsidentin des ZDV.

 

Und deshalb ist jede Spende so wichtig. Und aus diesem Grund braucht der Dom Sie: Unterstützen Sie „Ihren“ Dom als ZDV-Mitglied oder Spender! Am Tag des offenen Denkmals 2025 hat der ZDV die 18.500-Mitglieder-Grenze geknackt.

 

Machen Sie mit und leisten Sie Ihre Unterstützung: mit einer Spende, Patenschaft oder Mitgliedschaft im ZDV. Diese ist bereits ab 20,00 € im Jahr möglich. Ich bin es bereits!

Führungen und Besucher: Erlebnisse rund um den Kölner Dom

Natürlich bleibt der Dom selbst das große Ziel der Besucher. Doch Führungen eröffnen die Möglichkeit, tiefer einzutauchen – in Geschichten, Handwerk und die lebendige Arbeit der Kölner Dombauhütte.

Blick auf den Kölner Dom – Ausgangspunkt für Führungen und Besucher-Erlebnisse rund um die Kölner Dombauhütte

 Für viele Besucher ist es ein Traum, einmal hinter die Kulissen des Domes zu schauen. Einige Möglichkeiten gibt es:

  • Dachführungen führen über steile Treppen in den Dachstuhl und bieten atemberaubende Blicke über Köln.
  • Sonderführungen geben Einblick in Werkstätten oder in Räume, die sonst nicht zugänglich sind.
  • Am Tag des offenen Denkmals zeigt die Dombauhütte anschaulich, wie die verschiedenen Gewerke Hand in Hand arbeiten, damit die Domrestaurierung in Köln weiterhin gewährleistet ist.

Gerade dieser direkte Kontakt zum Handwerk begeistert – man spürt, dass der Dom kein „fertiges Denkmal“ ist, sondern ein lebendiges Bauwerk.

 

Die Domführungen müssen im Domforum angefragt werden. Doch auch ich gebe einen Einblick in die Geschichte des Kölner Doms. Kinder und Erwachsene haben einige Themenführungen zur Auswahl, in denen ich auf den Dombau oder die Sagen und Legenden eingehe. Dank meines Baukasten-Systems für Stadtführungen stelle ich auch gerne individuelle Führungen zusammen.

Legenden und Kuriositäten zum Kölner Dom

Wasserspeier in Form eines dämonischen Hundes am Kölner Dom – Sinnbild für Legenden und Kuriositäten rund um das Weltkulturerbe

Um den Dom ranken sich viele Geschichten. Eine der bekanntesten: „Wenn der Dom fertig ist, geht die Welt unter.“ Eine andere Legende erzählt vom Teufel, der mit Meister Gerhard eine Wette einging. Solche Mythen spiegeln die Faszination wider, die der Dom seit Jahrhunderten auf die Menschen ausübt.

In meinen diversen Stadtführungen wie der abendlichen Kostümführung oder der Geisterführung erzähle ich von den Geschichten, die sich um den Dom ranken. Denn schon immer haben die bösen Mächte versucht, den Frieden im Dom zu stören.

Die Werkstätten der Kölner Dombauhütte

Die Dombauhütte ist mehr als ein Arbeitsplatz – sie ist ein lebendiges Kulturerbe, das Köln mit Stolz erfüllt.

Doch wer sind die Menschen, die Tag für Tag an diesem Wunderwerk arbeiten? Im nächsten Beitrag nehme ich Sie mit in die Arbeit der Dombauhütte.

 

Mehr über die Werkstätten der Kölner Dombauhütte erfahren Sie hier.

Und wenn Sie mehr über die Geschichte des Kölner Doms, seine Kölner Sagen und Legenden oder informative Erzählungen über Köln erfahren möchten, dann kontaktieren Sie mich für eine Buchungsanfrage unter info@entdecke-deine-stadt.de.

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