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Stadtführungen in Köln für neugiere Kinder und Erwachsene

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Die alte Trauhalle auf Melaten wird ein Kolumbarium

Die alte Trauhalle auf Melaten und was wird aus ihr?

Auf Kölns größtem Zentralfriedhof Melaten gibt es zwei Trauerhallen. Die denkmalgeschützte Halle befindet sich im alten Teil des Friedhofs und stammt aus dem 19. Jahrhundert.

1881 erbaute man die Trauerhalle in neoromanischen Formen nach den Entwürfen von Heinrich Wiethase. 1916 erweitert man sie und stellte sie unter Denkmalschutz.

 

1950 ließ die Stadt eine weitere an der Piusstraße errichten, weil die alte zu klein wurde.

 

Seit der Errichtung der neueren fristet die kleine Trauerhalle an der Millionenallee ein trübes Dasein. Die Friedhofsverwaltung nutzte sie lediglich als Abstellkammer und sie verfiel immer mehr.

Urnenbestattung statt Sargbestattung

Dank des sich stets wandelnden Zeitgeists, der auch nicht vor der Bestattungskultur halt macht, kann sich die Trauerhalle bald über eine neue Nutzung freuen.

 

Im Laufe der letzten Jahrzehnte setzte sich der Deutschland weite Trend immer mehr auch in Köln durch. Immer mehr Menschen wählen eine Urnenbestattung, anstelle einer Sarg-Bestattung.

 

Dieser Ausrichtung folgt die Stadt und bietet ein immer größeres Bestattungsangebot für Urnen an – wie beispielsweise Urnenwahlgräber, Baumgräber und Bestattungsgärten.

Kolumbarium

Als Kolumbarium bezeichnet man heute meist ein oberirdisches Bauwerk, das der Aufbewahrung von Urnen oder Särgen dient. Es ist oft einem Friedhof angegliedert.

 

Ursprünglich war Kolumbarium die Bezeichnung für einen Taubenschlag. Wegen der reihenweise übereinander liegenden Nischen hat sich der Begriff auch für eine Grabkammer für Urnenbestattungen eingebürgert.

 

Umbau zum Kolumbarium

Die Stadt Köln hat festgelegt, dass neben der Gebäudehülle auch die historische Dachform wiederhergestellt werden soll. Weiterhin erhält das Gebäude eine neue Fassade, sowie eine neue Fenster- und Türanlage. Alles in Abstimmung mit dem Amt für Denkmalschutz und Denkmalpflege.

Durch eine Entkernung der Trennwände entsteht im 97 Quadratmeter großen Innenraum eine große Halle. Geplant ist außerdem, dass der Haupteingang künftig an der Nordseite liegen soll. Damit zeigt er auf die Millionenallee.

 

Weiterhin plant man einen zweiten Zugang, der einen barrierefreien Eintritt über die Ostseite ermöglicht.

 

Die Kosten betragen nach der aktuellen Berechnung rund 2,3 Millionen Euro brutto.

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Die steinerne Pumpe am Alter Markt

Steinerne Pumpe am Alter Markt

Was ist aus der steinernen Pumpe am Alter Markt geworden?

 

Ein Bericht vom Kölner Express berichtet über diese steinerne Pumpe.

 

Sie wurde von einem LKW am 2. Juni 2020 von einem Baufahrzeug umgefahren. Zu der Zeit fanden einmal mehr Bauarbeiten auf dem Alter Markt statt. Sie ist am Sockel aus der Verankerung gerissen.

 

Die Stadt Köln möchte dieses Wahrzeichen wieder aufbauen, doch da die Kassen leer sind, wird es wohl noch sehr lange dauern, bis die steinerne Pumpe wieder an ihrem angetrauten Platz steht.

 

Die Pumpe war nicht nur in der heutigen Zeit ein beliebter Treffpunkt.

 

An der Pumpe öffentlich schmutzige Wäsche waschen

 

Wäsche waschen war jahrhundertelang Frauenarbeit und ist es in der Regel auch noch heute.

 

Bis zum 20. Jahrh. fand das Waschen in der Öffentlichkeit statt. In Köln wuschen die Frauen an Brunnen, in den städtischen Bächen, sofern diese nicht von den Färbereien verschmutzt waren, und am Rheinufer, z.B. zwischen Hohenzoller und Deutzer Brücke oder vor der Insel Weerthchens, auf der sich heute der Rheinauhafen befindet. Die gewaschenen Wäsche wurde zum Bleichen ausgelegt und begossen.

 

Am Rheinufer erfolgte das Waschen auf flachen Booten mit niedrigem Rand, so dass der Schiffsverkehr nicht behindert wurde.

 

Waschhäuser sind hier nicht bekannt. Die meisten Kölnerinnen haben im Mittelalter und der frühen Neuzeit wohl die Ziehbrunnen, Pütz genannt, benutz haben. An einer Winde mit zwei Eimern wurde das Wasser hochgezogen und in eine Bütt, einen Waschtrog, gegossen. Meistens teilten sich mehrere kleine Häuser einen Brunnen, nur wohlhabende Familien besaßen einen eigenen Brunnen. Seit Mitte des 18. Jahrh. verdrängten Saugpumpen die Ziehbrunnen.

 

Waschfrauen und Waschmägde​

 

Manche Frauen haben auch für reiche Familien gewaschen, gegen Entgelt. Seit dem 13. Jahrh. sind Lohnwäscherinnen nachgewiesen.

 

Bei den Wäscherinnen wurde zwischen den ehrbaren, oft verwitweten Waschfrauen und den Waschmägden mit zweifelhaftem Ruf unterschieden.

 

Waschfrauen gingen in bessere Haushalte, Mägde dagegen verrichteten unter anderem für alleinstehende Männer die Arbeit und erhielten dadurch ein zwielichtiges Ansehen.

 

Wäsche waschen: Treffpunkt für Gespräche

Waschen war auch früher eine Möglichkeit für Frauen, miteinander zu kommunizieren. Die harte Arbeit war dadurch nicht so eintönig und ließ sich besonders im Winter dadurch besser bewerkstelligen. Ausdrücke wie „schwatzen wie ein Waschweib“ und „in der Öffentlichkeit schmutzige Wäsche waschen“ resultieren aus dieser Zeit. Mit der Bewertung wird verschleiert, dass Waschen eine sehr wichtige, aber körperlich anstrengende und ungesunde Arbeit war.

 

Gegen Mitte des 19. Jahrh. wurde das öffentliche Wäschetrocknen verboten, mit Einzug der Kanalisation auch das öffentliche Waschen und Waschen verlagerte sich in den Privathaushalt, wurde aber nicht weniger mühsam.

 

Würden Sie mehr über das Leben der Frauen erfahren? Dann empfehle ich Ihnen die beliebte Frauenführung Kölner Frauen im Wandel der Zeit. Denn in dieser Führung erkläre ich so manch andere Redewenung.

Steinerne Pumpe am Alter Markt: Wäsche waschen
Steinerne Pumpe - in der Öffentlichkeit schmutzige Wäsche waschen

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Alles über Karneval

Alles über Karneval

Schon die alten Römer feierten schon Karneval hier im Rheinland.

Die Colonia Claudia Ara Agrippinensium, als die Kolonie zu Ehren des Claudius, war die Hauptstadt der römischen Provinz Niedergermania. Durch ihren Rang als Stadt durften die römischen Kölner Feste feiern wie in Rom. Als größte Stadt nördlich der Alpen blieben öffentliche Feste und Feiertage nicht verborgen. Und so lockte der Karneval viele Menschen in die Stadt. Nicht viel anders als heutzutage, außer vielleicht die Anzahl.

 

Die Menschen, die nach Köln kamen, waren nicht nur römische Soldaten, Handwerker oder Kaufleute. Nein, die Stadt entwickelte sich als Schmelztiegel mit kulturellen Einflüssen aus dem hohen Norden, dem fernen Osten oder dem tiefsten Süden. All diese Kulturen mit ihren unterschiedlichen Göttern vermischten sich hier am Rhein.

Fest zu Ehren von Saturn – Saturnalien

Eines dieser Festtage, die hier begangen wurde, war die Freudenfeier zu Ehren des Gotts Saturn, als es in Zeit seiner Herrschaft noch keine Sklaven gab. Saturnalien genannt. Saturn ist ein strenger, disziplinierter Gott. Er verlangt Ordnung, Struktur und Einhaltung der Regeln. Saturnisch bedeutet Fleiß, Arbeit, Verantwortung und Einhaltung der Autorität.

 

Die Bewohner feierten drei Tage lang, vom 17. – 19. Dezember (meistens dehnte es sich sogar eine ganze Woche aus). Vermutlich geht dieses Datum auf die Einweihung des Saturntempels 497 v. Chr. in Rom zurück.

 

Doch an Karneval lebten sie alles ad adsurdum. Während dieser Tage ruhte die Arbeit. Und nichts Wichtiges war erlaubt. Die Herren verkleideten sich als Sklaven und dienten ihren Untertanen. Gemeinsam überwandten sie die gesellschaftlichen Hürden. Sie tranken, lärmten, scherzten, tanzten, spielten, sagen – Herrschaft, Bauern und Sklaven.

 

Die Welt stand Kopf. Alles war ver-rückt und verkehrt.

Umzug mit dem Carrus navalis

Wie überliefert, veranstalteten die Römer auch einen Umzug mit einem bunten Schiffskarren, dem carrus navalis, durch ihre Stadt. Von diesem leitet sich vermutlich das Wort Karneval ab. Auf dem Schiffskarren waren die Göttinnen Isis und Nerthus zu sehen, die von verkleideten und lärmenden Menschen sowie von Musik begleitet wurden. Angeblich wollte man auf diese Weise den Tod verbannen, den die Göttin Isis symbolisierte.

Karneval: Carne vale = Fleisch lebe wohl!

Als Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert das Christentum zur Staatsreligion ernannte, vermischten sich auch heidnische und christliche Bräuche miteinander. Die Germanen huldigten im Frühjahr (Wintersonnenwende) ihren Göttern und vertrieben die böswilligen Winterdämonen mit Lärm und Feuer.

 

Da sich die Christen sich damit nicht identifizieren konnte, ordnete sie den Karneval der Liturgie des Kirchenjahres unter. Indem sie den Karneval vor den Beginn der Fastenzeit legten, bekam er einen tieferen Sinn. Hierbei wurde vor allem der Fastabend als Abend vor der großen Fastenzeit sehr wörtlich genommen. So läuteten sie die vorösterliche Fastenzeit mit der Fastnacht oder dem Karneval (carne vale = Fleisch lebe wohl!) ein. Karneval und Kirche – für immer verbunden.

Christliche Fastnacht im 18. Jahrhundert

Noch heute pflegen wir die alten Bräuche wie das Lärmen und Tragen von Masken in der christlichen Fastnacht, die im Mittelalter verdrängt werden sollten. Doch obwohl Köln Bischofssitz war und nicht alle Bräuche befürwortete, feierten auch religiöse Bruderschaften im Mittelalter die Fastnacht. Die Klostergeistlichkeit führte ab dem 18. Jahrhundert am Donnerstag vor Karneval auch den Anfang des Fastenabends ein.

 

Während des 18. Jahrhunderts kam es nach italienischem Vorbild zu einer Art Korso in Köln, bei dem sich Komödianten, Schausteller und Gaukler in der Stadt versammelten. Zudem fanden im 18. Jahrhundert in Anlehnung an das jährliche Fest von Kurfürst Clemens August mit großem Festmahl und Maskenball die Redouten als vornehme Fastnachtvergnügen im Kölner Gürzenich statt.

Kölner Karneval unter französischer Besatzung

Als Köln 1794 unter französische Herrschaft geriet, verboten die Besatzer den Karneval. Doch die Kölner verlagerten ihre Festlichkeiten vielmehr von der Straße in die Wirtshäuser. Als sich die Franzosen von der Harmlosigkeit des Festes überzeugt hatten, hoben sie das Karnevalsverbot 1801 wieder auf.

 

Zu dieser Zeit vermehrten sich die Charaktermasken im Karneval und die Karnevalisten  nahmen verstärkt das Zeitgeschehen aufs Korn. Zudem veranstalteten sie kleine Züge durch die Stadt. Zum Ende der Fastnachttage feierten die Jecken die Zeremonie des „Begrabens“, eine Art Trauerzug mit Trompetenbegleitung. Heute ist das die Nubbelverbrennung.

Festordnendes Komitée, Prinz Karneval und die Preußen

Als 1815 die Preußen nach Köln kamen, wurde Köln wieder zu einer deutschen Stadt und von den Rheinländern annektiert. Obwohl der Karneval immer mehr verrohte, dulteten die Preußen zunächst das bunte Treiben.

 

Um einem erneuten Verbot aus dem Weg zu gehen, reformierten engagierte Kölner den Karneval im romantischen Sinne. Das karnevalistische Geschehen sollte sich um den „Held Karneval“, der heutige Prinz, drehen.

 

Dies war die Geburtsstunde des Festordnenden Komitées, dessen Gründer dem reichsstädtischen Köln und dem Kaiser verbunden waren. Köln feierte 1823 seinen ersten Rosenmontagszug unter dem Motto „Thronbesteigung des Helden Carneval“ mit den Roten Funken, den einstigen Stadtsoldaten, entstand eine Karnevalsgesellschaft nach der anderen. 1860 zieht der erste „Geisterzug“ am Abend des Karnevalssamstag durch Köln.

Neuerungen des 20. Jahrhunderts

Während 1902 die Ehrengarde als Begleittruppe von Bauer und Jungfrau entsteht, bekommt der Prinz Karneval 1906 seine Prinzengarde und der Kölner Karneval wird im Laufe der Zeit auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

 

Mehr über den Kölner Karneval und seine Geschichten gibt es in meiner Karnevalsführung Kölle Alaaf.

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Einen Zahn zulegen

Einen Zahln zulegen

Einen Zahn zulegen – Wissen Sie woher dieser Ausspruch kommt?

Von dieser Redewendung Einen Zahn zulegen gibt es verschiedene Ableitungen. Bei dieser gibt es eine mittelalterliche und eine neuzeitliche Variante. Jedenfalls scheiden sich da die Geister. Auch so ein Spruch!

 

In mittelalterlichen Küchen hängten die Köchen oder Hausfrau den Topf mittels einer gezackten Topfstange über den Herd. Durch diese Zahnreihe konnte sie regulieren, wie nah der Topf über der Glut hing. Somit beeinflusste sie damit die Gargeschwindigkeit. Einen Knopf zum Erhöhen der Temperatur gab es ja noch lange nicht.

 

Die Redensart stammt vermutlich aus dem frühen Automobilbau. Damals besaßen die Fahrzeuge statt eines Gaspedals einen Handgashebel mit Zahnkranz, vereinzelt eine gezähnte Stange. Wenn man dabei „einen Zahn zulegte“, d.h. die Arretierung einen Zahn weiter einrasten ließ, fuhr das Auto schneller.

Was verstehen wir heute unter „einem Zahn zulegen“?

Wenn wir heute einen Zahn zulegen, dann erhöhen wir die Geschwindigkeit. Affenzahn oder Mordszahn ist auch so ein Ausdruck.

 

Wenn Sie mehr über Geschichte und Geschichten erfahren möchten …. dann machen Sie doch mal eine Stadtführung in Köln mit entdecke-deine-stadt.de.

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„Es ist alles in Butter“

Alles in Butter

„Es ist alles in Butter“

Weißt Du woher dieser Ausspruch kommt?

 

Diese Redewendung kommt, wie so viele andere auch, aus dem Mittelalter.

 

Im Mittelalter waren Glaswaren sehr teuer und somit kostbar. Doch auch diese mussten transportiert werden. Verpackungschips und Luftpolsterfolie gab es noch nicht. Und der Transport mit der Kutsche über Stock und Stein war nicht gerade sehr glasfreundlich. Daher war man auf die natürlichen Ressourcen, die der Alltag so hergab angewiesen.

Was hat man also gemacht, wenn alles in Butter ist?

Die Händler haben Butter geschmolzen. Die Glaswaren stellten sie in Fässer und übergossen sie mit der geschmolzenen Butter. Sobald die Butter fest geworden war, konnte der Transport losgehen. Die Ware war vor den Stößen auf der Kutsche und auch bei Entladen geschützt. Und so gelangte unbeschadet zum Empfänger.

Und was bedeutet die Redewendung heute?

In der heutigen Zeit bedeutet diese Aufforderung, dass in Ordnung ist.
 
Wer mehr über das Mittelalter erfahren möchte, dem empfehle ich die Stadtführung „Aqua mirabilis“. Denn in dieser Führung erkläre ich so manch andere Redewenung.

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Der stinkt vor Geld

Stinkt vor Geld

„Der stinkt vor Geld“

Wie kann es auch anders sein, die Redewendung kommt aus dem Mittelalter. Im Mittelalter waren die gläubigen Bürger darauf bedacht, möglichst nah am Altar bestattet zu werden. Erstrebenswert war, je näher je besser für das weitere Seelenheil. Die meisten von ihnen konnten sich einen „Platz“ auf dem kleinen Kirchhof direkt neben der Kirche leisten.

 

Die Reichen konnten dem Herrgott allerdings noch näher sein. Sie hatten genügend Geld, sich ein Plätzchen in der Kirche zu sichern. Mit anderen Worten, der Fußboden der Kirchen, oftmals aus Holz, wurde geöffnet und der Tote bekam dort sein Grab.

 

Eingeschlagen in ein Leichentuch lag er nun einfach unter der Kirche. Und im Laufe der Zeit, nahm die Natur ihren Lauf. Der Geruch in der Kirche … nun ja, es stank! Also – Er stank vor Geld!

Als die Franzosen nach Köln kamen

1794 wurden die Franzosen Kölns neue Stadtherren. Sie brachten viele Veränderungen! 1804 erließ Napoleon „Kaiserlichen Dekret über die Begräbnisse“, das aus hygienischen Gründen die Beerdigung innerhalb der Stadtmauern und geschlossenen Räumlichkeiten verbot. Daraufhin kaufte die Stadt das Gelände des ehemaligen Leprosenasyl an der heutigen Aachener Straße. Der Friedhof sollte zum zentralen Friedhof der Stadt gestaltet werden.

 

Doch die Bevölkerung und selbst die Stadtoberen konnten sich nicht wirklich mit dieser Idee anfreunden. Auf dem Gelände gab es keine richtige Kirche, nur eine Kapelle. Erst 1810, als die Franzosen schon längst wieder auf der anderen Rheinseite verschwunden waren, wurde der Melaten Friedhof geweiht und eingeweiht.

Und was bedeutet die Redewendung heute?

In der heutigen Zeit bedeutet „Er stinkt vor Geld“, dass jemand sehr reich ist und sich aller erlauben kann. Also ähnlich wie früher.
 
Wer mehr über das Mittelalter erfahren möchte, dem empfehle ich die Abendliche Köstümführung mit der schwarzen Witwe. Denn in dieser Führung erkläre ich so manch andere Redewenung.
 
 

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Sich etwas hinter die Ohren schreiben

Sich was hinters Ohr schreiben

„Sich etwas hinter die Ohren schreiben“

Weißt Du woher dieser Ausspruch kommt? 
 
Die Redewendung geht auf einen alten Rechtsbrauch zurück: Es ist allgemein bekannt, dass früher, insbesondere im Mittelalter die wenigsten Menschen lesen oder schreiben konnten. Selbst hohe Adelige konnten oft nicht Schreiben. Es war einfach nicht Teil der Ausbildung der Menschen. Allerdings  verstanden die Kunst des Schreibens insbesondere Mönche und Schreiber.
 
Natürlich war Schreiben auch in der damaliegen Zeit wichtig und nötig. Denn Verträge mußten trotzdem abgeschlossen werden. Häufig ging es dabei um Grenzziehungen von Grundstücken.
 
Damit diese mündlichen Verträge später auch vor Gericht Bestand hatten, waren Zeugen nötig. Man musste garantieren, dass die Zeugen sich auch lange danach noch an die Verträge erinnerten. Also was tat man? Man wählte Kinder. Damit sie notfalls noch in der nächsten Generation als lebende Zeugen aussagen konnten.
 
Als „Erinnerungshilfe“ zog man diesen Zeugen an den Ohren. Oder ohrfeigte sie sogar. Man schrieb ihnen sozusagen die Grenzmarkierung hinter die Ohren. Ganz nach der Devise: Was mit Schmerzen verbunden ist, merkt sich der Mensch besonders gut!
 

Und was bedeutet die Redewendung heute?

 
In der heutigen Zeit bedeutet diese Aufforderung, sich etwas hinter die Ohren zu schreiben, das gleiche, nur ist es als Standpauke oder Rüge zu verstehen.
 
Wer mehr über das Mittelalter erfahren möchte, dem empfehle ich die Stadtführung „Aqua mirabilis“. Denn in dieser Führung erkläre ich so manch andere Redewenung.
 

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In der Öffentlichkeit schmutzige Wäsche waschen

schmutzige Wäsche waschen

Weißt Du woher dieser Ausspruch kommt? „In der Öffentlichkeit schmutzige Wäsche waschen“ und „Gesprächig wie ein Waschweib“

 

Im Mittelalter hatte man in den Häusern keine Waschmaschine, verständlicherweise! Wäsche waschen war zudem Frauenarbeit. Nun wurde das Waschen sehr unterschiedlich gehandhabt. Bei uns in Köln gab es keine Waschhäuser, ganz im Gegensatz zu Bonn beispielsweise. In diesen zentralen Waschhäusern wuschen die Hausfrauen oder die Mägde die Wäsche der Familie.

Wo wuschen die Kölner Frauen?

In Köln wuschen ebenso die Hausfrauen oder Bediensteten der reicheren Familien die Wäsche an den öffentlichen innerstädtischen Bächen oder Brunnen. Außerdem gab es am Rhein, hauptsächlich zwischen der heutigen Hohenzollernbrücke und der Deutzer Brücke kleine niedrigbordige Boote, so dass sich die Frauen dort in gebückter Haltung die Wäsche schrubben konnten. Im Übrigen war das linksrheinische Ufer Hafen. Es gab zu dieser Zeit weder den Rheinauhafen noch die diversen anderen heute bekannten Häfen. Also war das keine ganz ungefährliche Angelegenheit.

 

Die Frauen wuschen die Wäsche bei Wind und Wetter und zu jeder Jahreszeit mit ihren bloßen Hände. Diese Tätigkeit verlangte ihnen viel ab. Nicht nur, dass es eine körperlich anstrengende Schufterei war, nein, sie war auch ungesund, denn die Frauen hielten die Hände die ganze Zeit im eiskalten Wasser. Abgesehen davon gab es im Mittelalter nur Ziehbrunnen und jeder Eimer Wasser musste mühselig hochgezogen werden.

Was machte die Arbeit leichter?

Um die langwierige Prozedur besser überstehen zu können, redeten die Frauen. Was sollten sie auch anderes tun. Sie „versüßten“ sich die Zeit mit Klatsch und Tratsch und tauschten sich aus. Für viele war dies auch die einzige Möglichkeit aus dem Haus und in Kontakt mit anderen zu kommen.

 

Die Männer taten diese Plackerei und die damit verbundenen Gespräche einfach ab und bezeichneten es mit „in der Öffentlichkeit schmutzige Wäsche waschen“. Ja, die Frauen waren gesprächig, doch es ist unfair zu sagen „Gesprächig wie ein Waschweib“.

Und was bedeutet die Redewendung heute?

In der heutigen Zeit bedeuteen diese Redewendungen, dass jemand viel redet und in der Öffentlichkeit über andere Menschen herzieht.
 

Wer mehr über das Mittelalter erfahren möchte, dem empfehle ich die Frauenführung Kölner Frauen im Wandel der Zeit. Denn in dieser Führung erkläre ich so manch andere Redewenung.

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Die Heinzelmännchen zu Köln

Heinzelmännchenbrunnen
Heinzelmännchen
August Kopisch
Kölner Sagen und Legenden

Die Sage der Heinzelmännchen zu Köln von August Kopisch

Je nachdem, welche Stadtführung Sie wählen, erzähle ich auch die Sage der Heinzelmännchen. Gerade Kinder haben viel Spaß dran. Denn sie regt die Phantasie der Kleinen enorm an. Aber entdecke-deine-stadt.der erzählt sie nicht nur in Stadtführungen für Kinder, sondern auch bei den Erwachsenen.

 

Wie war zu Cölln es doch vordem
mit Heinzelmännchen so bequem!
Denn, war man faul, man legte sich
hin auf die Bank und pflegte sich:
Da kamen bei Nacht,
eh‘ man es gedacht,
die Männlein und schwärmten
und klappten und lärmten
und rupften
und zupften
und hüpften und trabten
und putzten und schabten
und eh ein Faulpelz noch erwacht,
war all‘ sein Tagewerk bereits gemacht!

 

Die Zimmerleute streckten sich
hin auf die Spän‘ und reckten sich.
Indessen kam die Geisterschar
und sah, was da zu zimmern war.
Nahm Meißel und Beil
und die Säg‘ in Eil,
sie sägten und stachen
und hieben und brachen,
berappten
und kappten,
visierten wie Falken
und setzten die Balken.
Eh sich’s der Zimmermann versah,
klapp, stand das ganze Haus schon fertig da!

 

Beim Bäckermeister war nicht Not,
die Heinzelmännchen backten Brot,
die faulen Burschen legten sich,
die Heinzelmännchen regten sich
und ächzten daher
mit den Säcken schwer!
Und kneteten tüchtig
und wogen es richtig
und hoben
und schoben
und fegten und backten
und klopften und hackten.
Die Burschen schnarchten noch im Chor,
da rückte schon das Brot, das neue, vor!

 

Beim Fleischer ging es just so zu:
Gesell‘ und Bursche lag in Ruh.
Indessen kamen die Männlein her
und hackten das Schwein die Kreuz und Quer.
Das ging so geschwind
wie die Mühl‘ im Wind.
Die klappten mit Beilen,
die schnitzten an Speilen,
die spülten,
die wühlten
und mengten und mischten
und stopften und wischten.
Tat der Gesell die Augen auf –
wapp, hing die Wurst schon da zum Ausverkauf!

 

Beim Schenken war es so: es trank
der Küfer, bis er niedersank,
am hohlen Fasse schlief er ein.
Die Männlein sorgten um den Wein
und schwefelten fein
alle Fässer ein.
Und rollten und hoben
mit Winden und Kloben
und schwenkten
und senkten
und gossen und panschten
und mengten und manschten.
Und eh der Küfer noch erwacht,
war schon der Wein geschönt und fein gemacht.

 

Einst hatt‘ ein Schneider große Pein,
der Staatsrock sollte fertig sein;
warf hin das Zeug und legte sich
hin auf das Ohr und pflegte sich.
Da schlüpften sie frisch
in den Schneidertisch;
da schnitten und rückten
und nähten und stickten
und fassten
und passten
und strichen und guckten
und zupften und ruckten
und eh mein Schneiderlein erwacht,
war Bürgermeisters Rock bereits gemacht.

 

Neugierig war des Schneiders Weib,
und macht sich diesen Zeitvertreib:
streut Erbsen hin die andre Nacht.
Die Heinzelmännchen kommen sacht:
eins fährt nun aus,
schlägt hin im Haus,
die gleiten von Stufen,
die plumpen in Kufen,
die fallen
mit Schallen,
die lärmen und schreien,
und vermaledeien!
Sie springt hinunter auf den Schall
mit Licht: husch, husch, husch, husch – verschwinden all!

 

O weh! nun sind sie alle fort,
und keines ist mehr hier am Ort!
Man kann nicht mehr wie sonsten ruh‘n,
man muß nun alles selber tun!
Ein jeder muß fein
selbst fleißig sein,
und kratzen und schaben
und rennen und traben
und schniegeln
und biegeln
und klopfen und hacken
und kochen und backen.
Ach, daß es noch wie damals wär‘!
Doch kommt die schöne Zeit nicht wieder her!

 

Und wer mehr über die Sagen und Legenden von Köln wissen will, dem empfehle ich die Stadtführung Sagen und Legenden „Es war einmal … Kölner Sagen und Legenden“.

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